Natur schützen und bewahren

Freizeitregion Spessart 

Königsblick-Höhen-Panoramaweg

Ausgabe 05 - September-Oktober 2018

Lust zum Wandern, Radfahren, Spazieren, Fernblicke genießen auf dem über 20 km langen Höhenrücken zwischen Hahnenkamm, Johannesberg bis in die Weinberge am Gräfenberg in Rottenberg und in den Kahlgrund

Meinung:   Landschaftszerstörung im Höhenpanorama Johannesberg. War der Streit um Gemeinde-Nutz-Zweckbauten im Naturark Spessart überhaupt nötig? (Beitrag unten)

Morgenstimmung Johannesberg. Wolkensturz über Hochspessart

Blick vom Weinberg (Rottenberg-Gräfenberg) auf das Schloss Aschaffenburg

Höhenpanoramaweg am Königsblick:  Wendelin der Hirte vor dem 100 km entfernten Donnersberg vor Kaiserslautern

Höhenpanoramaweg am Königsblick:  Rundum-Fernblicke bis über 100 km 

Verlauf des Vorspessart-Höhen-Panoramaweges mit Anschlusswegen auf gleichem Niveau +/- 300 m über dem Main. 

  • Empfohlenes Kartenmaterial:
  • Topographische Karte Nr. 6 - M 1: 500.000. Naturpark Spessart Nordwest
  • Topographische Freizeitkarte Nr. 7- M 1: 25.000, Spessart Aschaffenburg

Vorschau für die Monatsausgaben September–Oktober:   Für Ihre Spätsommer-Herbstwanderungen und Radtouren werden wir die Einkehrschwünge bei den Frankenwinzern, in die bewirtschafteten Wanderhütten und Berggasthöfe mit Biergarten und Restaurants in die Karten einarbeiten.

Luftaufnahme: Archiv Jens Drefahl

Höhen-Panoramaweg Standort Königsblick: Blick auf die Skyline von Frankfurt mit Fernglas

Königsblick Höhen-Panoramaweg

Nahezu höheneben 300 m über dem Main:   Fernblickperspektiven auf Churfranken-Maintal-Odenwald-Rheintal-Pfälzerwald-Taunus-Aschaffenburg-Frankfurt

Panorama-Fernsichten:   Hochspessart, Mainfranken, Odenwald, Maintal, Rheintal, Pfälzerwald bis zum 100 km entfernten Donnersberg (Pfälzerwald), Hunsrück, Rheingau, Taunus, Aschaffenburg, Seligenstadt, Frankfurt

Königsblick-Höhenpanorama-Radwanderweg

Landschaft, Natur und der Panoramen:  Die Natur, Landschaft mit unverbauten Fernblick-Panoramen über Mainfranken, dem Main bei Aschaffenburg bis in das Rheintal in den Pfälzer Wald, die Frankfurter Hochhaus-Skyline ist für Nordbayern etwas ganz Besonderes (siehe Panoramakarte). Der von blickoffenen Streuobstwiesen in alle Himmelsrichtungen geprägte Höhenrücken ist für Tier- und Landschaftsfotografen, Botaniker, Vogelkundler und Geologen hochspannend. In nahezu gleichbleibender Höhe von ca. 300 Meter ü. Main verbindet er den Hahnenkamm (über den Weinorten von Alzenau), die Johannesberger Bergdörfer (Rückersbach, Sternberg mit Königsblick, Oberafferbach, Breunsberg) mit Rottenberg (Weinbau Gräfenberg), Eichenberg bis über den Kahlgrund.

Eine besonders schöne Aussichtsstrecke für den Genuss-Wanderer ist die Panorama-Teilstrecke zwischen Johannesberg und Sternberg. Unterhalb des historischen Königsblicks (360° Panorama bis zum Donnersberg vor Kaiserslautern) befindet sich einer der Einstiege in die im Rhein-Main-Gebiet berühmte Rückersbacher Schlucht. Auf dieser kurzen Teilstrecke vereinigt sich der Höhen-Panoramaweg mit der unterfränkischen Bocksbeutelstraße *. Von hier ist mit dem Fernglas der Blick auf die City-Frankfurt spektakulär. Nicht zuletzt deshalb ist diese kurze Panoramastrecke das besondere Glanzlicht für viele Oldtimer-Rallyes. Man trifft hier die schönsten Exemplare der Auto-und Motorradgeschichte.

* Die Wiederentdeckung eines Kulturweges.  Das in einer öffentlichen Informationsveranstaltung berichtete Ergebnis von Literaturrecherchen zum - von der Gemeinde favorisierten Neubau-Standort am Panorama-Höhenweg löste  bei den Zuhörern Erstaunen aus: Der ca. 1,5 km lange Höhen-Panoramaweg zwischen den Ortsteilen Johannesberg, Sternberg und Rückersbach ist Teil der – bei den meisten Bürgern, aber auch bei den Tourismus- und Wandervereinen in Vergessenheit geratenen – Bocksbeutelstraße.

WIKIPEDIA:Würzburg bildet den Ausgangspunkt der Bocksbeutelstraße. Nach Westen hin erstreckt sich das erschlossene Gebiet bis nach Aschaffenburg, nach Osten hin bis Castell, Iphofen und Ippesheim, nach Norden bis Hammelburg und in den Süden zu Sommerhausen, Ochsenfurt und ins Tal der Tauber.

Historische Bocksbeutelstrasse: Auszug aus topographischer Wanderkarte Nr. 6 -Naturpark Spessart Nordwest :


Kleinklimatische Besonderheiten:  

Die topographisch besondere Lage - als vorgelagerter Spessart-Höhenrücken über dem Rhein-Maintal - lässt nicht nur im Winter als Staulage besondere Wetterphänomene entstehen. Im Frühjahr und Herbst erzeugen Schönwetter-Hochdrucklagen durch in das Maintal absinkende Kaltluft zähe Nebellagen mit spektakulären Stimmungsbildern (siehe diverse Fotos). 

Viele Bürger im Landkreis Aschaffenburg kennen diese Situation. Sie wandern hier besonders gern im Herbst bei Sonnenschein, Windstille, angenehmen Temperaturen und „unendlichen“ Fernsichten. Durch die Temperaturunterschiede von durchschnittlich 3 °C können, selbst bei milden Wintern, Kinder aus dem Maintal längs der Hohler-Chaussee bis nach Johannesberg noch Schnee erleben und Schlitten fahren.

Ein fast handtellergrosser Schwalbenschwanz

Naturvielfalt im Naturpark Vorspessart

Juni-Juli – Zeit der Schmetterlinge, Salamander, Eidechsen

Die sonnenerwärmten Panorama-Südhänge sind für Schmetterlinge, seltene Schwalbenschwänze, Taubenschwänzchen (ähnlich Kolibris), wärmeliebende Eidechsen und Insekten ein optimaler Standort. In  Südhängen mit lockerem Buchenbestand findet man vereinzelt selten gewordene Salamander-Populationen.

Rarität: Eine über 15 cm lange Eidechse fühlt sich in diesem trocken-heißen Sommer offenkundig sehr wohl

Die Berg-Gastronomie hinkt noch etwas nach ...

Die Rast-und Einkehrmöglichkeiten für Wanderer und Radfahrer beschränken sich auf wenige Möglichkeiten. Einladend sind natürlich die Hahenkamm-Wander-Gaststätte des Spessartbundes mit Aussichtsturm und die fröhlich-freundliche Gastlichkeit in der Wanderhütte über Reichenbach (leider nur Sonntags). Am östlichen Ende des ca. 20 km langen Vorspessart-Höhenrückens liegt am Gräfenberg ein bewirtschaftetes Weingut. Von den  schattigen Terrassen hat man einen guten Blick auf Aschaffenburg mit Schloss bis in den Odenwald (Foto Startseite).

In jüngster Zeit veränderte sich einiges auf der „Durststrecke“ zwischen dem Berggasthof Hahnenkamm und Joannesberg-Oberafferbach. So betreibt das über Rückersbach gelegene Seminarzentrum einen gemütlichen Biergarten mit Fernblick auf den Panorama-Höhenweg. Auch hat im August der Landgasthof Büttner in Rückersbach neu eröffnet. Erwähnenswert ist die wiedereröffnete frühere Schöne Aussicht. Der Blick ins Rheintal und auf die Weinberge von Hörstein ist bei Sonnenuntergang besonders eindrucksvoll.

Einzelne Ortsteile in Johannesberg und Rottenberg verfügen sowohl über eine Spitzengastronomie, als auch über gemütliche „bürgerliche“ Gastwirtschaften. Inwieweit diese sich mit ihren Öffnungszeiten noch den Bedürfnissen von Wanderern und Tagesgästen anpassen, bleibt abzuwarten.

Sommer-Steinpilze gab`s schon im Juni

Die Frühsommer-Steinpilze an den Rändern der Buchenwälder erfreuten bereits die Sammler Anfang Juni. Bei den derzeitig extrem trockenen und heißen Klima wird man auf Pfifferlinge und Steinpilze noch etwas warten müssen.

Alles wartet auf Regen, Regen, Regen. Dann könnte ein Tisch am Königsberg-Höhen-Panoramaweg bald wieder so aussehen.

Auf dem Weg zum Hahnenkamm: Glückspilze

Zustand und Beschaffenheit des Vorspessart-Höhen-Panoramaweges

Der Königsblick-Höhen-Panoramaweg kann bereits heute über den 20 km langen Höhenrücken mit höhengleichen Stichwegen, Schluchten und bewaldeten Seitentälern durchgängig erwandert oder mit dem Rad erfahren werden. Lediglich eine Teilstrecke von nur 100 m in einem Waldstück oberhalb von Wenighösbach (zwischen Breunsberg und Rottenberg) ist durch unterirdische Quellen zeitweise total verschlammt und dann nahezu unpassierbar. 

Verantwortlich für die 5. Ausgabe der Höhenpanoramalandschaften Naturpark Spessart

Ideengemeinschaft Vorspessart Königsblick-Höhenpanoramaweg:

  • Jens Drefahl, Johannesberg-Rückersbach
  • IG Vorspessart Königsblick-Höhenpanoramaweg
  • Postanschrift: Jens und Barbara Drefahl 
  • Am Hang 9, 63867 Johannesberg
  • Fon: +49 (0) 6029 9900.31
  • Email: jdrefahlpriv@t-online.de

Höhen-Panoramaweg: Bildstock an der unterfränkischen Bocksbeutelstrasse über dem Maintal. Bald verbaut durch Feuerwehr-Neubau ? (siehe unten: Landschaftszerstörung im Naturpark Spessart)

Zum Vergrößern der Fotos und Graphiken 2x anklicken

Höhen-Panoramaweg: Vom Königsblick Richtung Oberafferbach, Churfranken und Hochspessart

Bereicherung der Berglandschaften durch Beweidung

Die Beweidung der Hangwiesen mit Rindern, Kühen, Kälbern, Schafen, Heidschnucken und Bergziegen trägt zur Erhaltung der landschaftstypischen Streuobstwiesen bei. Die Tiere erfreuen Kinder und Erwachsene

Streuobst-Landschaften am Höhen-Panoramaweg: Ganzjährig ein Erlebnis beginnend mit der Baumblüte bis zu übervoll tragenden Obstbäumen

Mai-Oktober – Von der Blüte bis zur Ernte: Baumalleen und Streuobstwiesen 2018 prallvoll mit Bio-Obst

Besonders schön ist die Zeit der Baumblüte an den alleenartig mit Kirsch-, Apfel- und Birnbäumen besäumten Höhenwegen mit beidseits anschließenden Fernblick-Streuobstwiesen. Nach der Zeit des Kirschengenusses folgen jetzt die Brombeeren, Äpfel und Birnen.

Zu erwähnen ist, dass die Obstbaumalleen und angrenzenden Streuobstwiesen wesentlich zur Obstversorgung der Städter im Maintal beitrugen. Entsprechend ist die Vielfalt der alten Obstsorten erstaunlich. Leider sind die Bestände teilweise überaltert. Erfreulich ist, dass nach der vor Jahren erfolgten Flurbereinigung die Eigentümer der Obstgrundstücke wieder anpflanzen.

Nahezu durchgängig bewirtschaftete Hahnenkamm-Wanderergaststätte mit Aussichtsturm

Unterhalb des Königsblicks verschmelzen die unterfränkische Bocksbeutelstraße und der Höhen-Panoramaweg. Bei der Standskulptur des Schäfers Wendelin ist ein bei Wanderern, Radfahren, Oldtimer-Besitzern ein besonders beliebter Aussichtspunkt mit Fernblick auf das Rheintal bis zum Pfälzerwald, Taunus und Frankfurt

Impressionen vom Königsblick Richtung Frankfurt und Taunus

Herbstboten: Hausschwalben fressen sich vor dem Abflug nach Süden noch einmal richtig satt

Rotmilane kreisen über dem Höhenpanoramaweg

Bergsäume: Greifvögel kreisen über den Thermik-Höhenkämmen

Die ca. 2 km langen Süd-West-Wind-Thermikhänge zwischen Johannesberg-Sternberg-Rückersbach sind ein Paradies für Vogelkundler. Zwischen Waldsaum und Streuobstwiesen besteht ein natürlicher Lebensraum für Sing-, Flur-, Feld- und Greifvögel. Sie finden hier für stundenlanges Gleiten eine einzigartige Thermik über dem Maintal durch die besondere Topographie vor den Bergkämmen. Die Rufe dieser Flugkünstler lassen den Blick des Wanderers oft gen Himmel gleiten.

Aktuell  an den Bergkämmen und anschließenden Tälern gut zu beobachten: Scharenweise Schwalben vor dem Flug nach Afrika (Fotos unten)

SUCHRUF:  Vermisst wird die früher oft anzutreffende Feldlerche an den Berghängen zwischen Johannesberg-Sternberg-Rückersbach

Faszinierende Flugkünstler: Hausschwalben sammeln sich an den Berghängen zwischen Johannesberg Sternberg und Rückersbach vor dem Abflug nach Süden

Spätsommer - Abschied vom Taubenschwänzchen

Pfauenauge

Vorspessart: Region der Hobby-Geologen

Der Vorspessart verfügt über eine Melange von Urgestein mit seltenen Mineralien unterhalb / angrenzend des Höhen-Panoramaweges. Viele Aufschlüsse in den Schluchten und Steinbrüchen der durch durch Erosion und vulkanische Hebung (Rottenberg-Sailauf) geformten Gneisschichten lassen das Herz eines Hobby-Geologen höher schlagen. Empfohlene Literatur: https://de.wikipedia.org/wiki/Spessart insbesondere das Buch vom Joachim Lorenz: Spessartsteine: Spessartin, Spessartit und Buntsandstein


Unser besonderes Thema in den Ausgaben 6 + 7 Oktober-November 2018:

Vernachlässigte Dorfentwicklung der Johannesberger Bergdörfer

Die einzigartig schön über dem Main liegenden Bergdörfer auf Höhenpanorama-Bergrücken könnten zu Perlen im Naturpark Spessart werden. Wie lange noch müssen sich die Johannesberger von Besuchern anhören, wie hässlich und trostlos die Dorfbilder bei der Durchfahrt von Johannesberg, Oberafferbach und Rückersbach sind?

Ortsdurchfahrt Johannesberg mit Rathaus

Ortsdurchfahrt Rückersbach: Kaum zu glauben - hier verläuft die beliebte unterfränkische Bocksbeutelstrasse!  Touristische Route in Nord-Bayern über dem  Main-Rheintal von Alzenau nach Churfranken

Landschaftszerstörung im Höhenpanorama Johannesberg: War der Streit um Gemeinde-Nutz-Zweckbauten im Naturpark Spessart überhaupt nötig? Beitrag Jens Drefahl

Bürgermeister-Verlautbarung:  Bürger mit konkreten und nachvollziehbaren Informationen über Gemeinderatsentscheidungen zu versorgen, gehört sicherlich nicht zu den Stärken des Bürgermeisteramtes in Johannesberg. Nach der jüngsten Verlautbarung des Bürgermeisters zum umstrittenen Neubau von Nutz- und Zweckbauten im Naturpark Spessart im Lokalblatt (Main-Echo) am 22./23. August 2018 musste man sich dann doch die Augen reiben: 

Nach all dem Streit im Dorf – zum Lachen oder Weinen? Der Bürgermeister hatte offenbar vergessen, dass die Gemeinde bereits im März 2017 ein Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes für Neubauten für Gemeindezwecke an der Rückersbacher Straße beschlossen hatte. Die Tragweite dieses für die Bevölkerung wenig auffälligen Beschlusses (immerhin ein 3-4,5 Millionen-Neubau) wurde erst ca. 8 Monate später durch die Initiative aufmerksamer Bürger im Oktober 2017 für die Öffentlichkeit deutlich. Der daraufhin entstandene Streit in der Dorfbevölkerung zum Thema Feuerwehrneubau im Naturpark Spessart (in außergewöhnlich schöner Südhang-Fernblicklage) wird in Johannesberg unvergessen bleiben. Der Unfrieden hält bis heute.

War dieser Streit überhaupt nötig? Wenn nun der Bürgermeister erst nach schwerwiegenden Vorwürfen sachkundiger Bürger und Experten auf grobe sachliche Fehler und Widersprüche in der damaligen Antragsstellung nach 18 Monaten überraschend erklärt, dieses Verfahren „stehe erst am Anfang“, dürfen sich die Johannesberger Bürger, Gemeinderat, Feuerwehr und das Landratsamt als Genehmigungsbehörde „auf den Arm genommen fühlen“.

Chance für Natur, Landschaft und Frieden im Dorf:  Der Verfasser sieht in dem nicht mehr nachvollziehbaren Durcheinander im Rathaus zum Thema Gemeinde-Nutz-Zweck-Bauten im Naturpark („ … steht noch am Anfang“) allerdings auch die Chance eines Neuanfanges.

Es geht um die zeitnahe Realisierung der Modernisierungsforderungen von Teilen der Feuerwehr. Es geht aber auch um die Erhaltung unserer ökologisch und für die Tierwelt wertvollen Berglandschaften, der Vermeidung von Landschaftszerstörung im Naturpark Spessart, Vermeidung von Flächenfraß und Bodenversiegelung durch Bauwerke aus industrieller Fertigung, Asphalt und Beton für Recycling-Container-Grünabfall-Lagerung und dem Eingriff in - für Erholungssuchende - wertvolle und erwanderbare Fernblick-Panoramen.

Finanzielle Belastung ungeklärt!  Das Rathaus versäumte bis heute die Kosten der Errichtung und Unterhaltung dieses bautechnisch und wirtschaftlich aufwendigen Großprojektes (FW-Gemeinde-Zweckbauten außerhalb der Dorfgrenzen mitten im Naturpark) dem Bürger angesichts der angespannten Finanzkraft unserer Gemeinde mit > 3.000 Einwohnern konkret zu vermitteln. Auf Fragen von Bürgern in einer öffentlichen Anhörung konnte das Bürgermeisteramt nicht einmal den Bedarf und Zahl an Feuerwehrfahrzeugen darstellen. Auf weitere Anfragen: Es gab keine Bedarfs-Kosten-Nutzenplanung, geschweige denn Analysen über die Auswirkungen des geplanten Flächenfraßes auf die Natur, Landschaft, Tourismus und Freizeit im ausgewiesenen Naturpark Spessart

Diese Defizite an einer soliden Grundlagenermittlung für Gemeinde-Baumaßnahmen scheinen aber noch nicht alles gewesen zu sein: Liest man die jüngste Verlautbarung des Rathauses, will der Bürgermeister nach über 10-jähriger Inaktivität (nach Beschlusfassung) mit der jüngst erklärten Beantragung von Zuschüssen für eine neue Großsporthalle das bereits nächste Millionen-Projekt  einleiten. Droht hier die nächste Belastung für den ohnehin angespannten Haushalt der Dorfgemeinde? Auch hier lässt das Rathaus seine Bürger über die Finanzierbarkeit dieser Gemeindeprojekte im Dunkeln.

Gemeinehaushalt - weitere Belastungen:  Die Gemeinde sollte endlich Geld für die Dorfgestaltung in die Hand nehmen. Wie lange noch müssen sich Johannesberger von Besuchern anhören, wie hässlich und trostlos die Dorfbilder bei der Durchfahrt von Johannesberg, Oberafferbach und Rückersbach (beliebte unterfränkische Bocksbeutelstrasse) sind? Es fehlt an einer Strukturplanung zur Dorfgestaltung mit finanziellen Anreizen für die Anwohner.

Wie kann es weitergehen:  Das wichtigste Projekt des Rathauses sollte zunächst sein, den im Dorf entstandenen Scherbenhaufen durch die umstrittenen Feuerwehr-Gemeinde-Neubaumaßnahmen im Naturpark Spessart zu beseitigen. Jetzt nach 18 Monaten so zu tun „man stehe erst am Anfang“ und zu hoffen, alles werde irgendwie schon wieder gut, wäre nach all dem unnötigen Streit doch ziemlich realitätsfern“. 

Soforthilfe für die Feuerwehr Rückersbach:  Eine gute Maßnahme wäre, den baulich gesunden und erweiterungsfähigen Bestand (z.T. Leerstand mit Erweiterungsflächen) in der Seestraße fachlich qualifiziert hinsichtlich der Modernisierungsforderungen der FW Johannesberg-Oberafferbach und der Angliederung der FW Rückersbach prüfen und bewerten zu lassen. Die innerorts  zusätzlichzur Verfügung stehenden Alternativflächen werden nach Ergebnis der Begutachtung von Fachexperten nicht benötigt. Wichtig für den angespannten Gemeindehaushalt: 70 % der Kosten des vom Gemeinderat geplanten Feuerwehrneubauesam Höhenpanoramaweg nach Breunsberg-Rückersbach im Naturpark Spessart können eingespart werden. Dies wären mehr als 2,5 Millionen Euro.

Zusammenfassung:   Die zügige Umsetzung der Feuerwehr-Modernisierungsforderungen mit den bestehenden baulichen Möglichkeiten im Dorf wäre die Chance für eine Beendigung des Streites in der Dorfbevölkerung. Eine Aussetzung des vom Rathaus angekündigten neuen Verfahrens für die Änderung des Flächennutzungsplanes mit konkreter Prüfung der baulichen Möglichkeiten innerorts, wäre ein gutes Signal für den Dorffrieden, Natur und Landschaft und letztlich sogar für den Gemeindehaushalt.

Es wäre sicherlich auch ein Beitrag zur Erhaltung des in Nord-West-Bayern einzigartig schönen Höhenpanoramaweges im Naturpark Spessart, der dem Wanderer bei einer Länge von ca. 2,0 km einmalige Fernblicke nach Churfranken, den Spessart, Hunsrück und Taunus, in das Main-Rheintal bis zum 100 km entfernten Donnersberg im Pfälzer Wald und auf die Frankfurter City Skyline ermöglicht.

Jens Drefahl, Architekt, Ingenieurgutachter, Bausachverständiger, Johannesberg

Meinungsvielfalt:  Empfohlen wird, den nachfolgenden Link auf die Homepage   www.johannesberg-hoehen-panoramaweg.de  an Freunde weiterzuleiten


Landschaftsbilder zum geplanten Standort von Feuerwehrneubau mit Container-Recling-Grünabfall-Lagerung im Naturpark Spessart  

Landschaftszerstörung: Umstrittener Standort für Feuerwehr, Nutz- und Zweckbauten auf Fernblick-Südhang im Naturpark Spessart. Blicksperre in Richtung Hochspessart, Churfranken, Maintal und Odenwald.  Landschaftsversiegelung durch Feuerwehrneubau 

Landschaftszerstörung: Umstrittener Standort für Nutz- und Zweckbauten im Naturpark Spessart. Blick über den Feuerwehrstandort auf das Maintal und dem Odenwald. Landschaftsversiegelung durch Feuerwehrneubau

Landschaftszerstörung:   Hochattraktiv für Bauinvestoren: Baulückenschliessung zwischen gepl. Feuerwehr und Ortsrand (Planauszug Sachverständigengutachten)

Landschaftszerstörung: Umstrittener Standort für Feuerwehr, Nutz- und Zweckbauten auf Fernblick-Südhang im Naturpark Spessart. Landschaftsversiegelung durch Feuerwehrneubau in Richtung Maintal und Odenwald

Landschaftszerstörung: Umstrittener Standort für Feuerwehr, Nutz- und Zweckbauten auf Fernblick-Südhang im Naturpark Spessart. Blickrichtung auf geplanten FW-Neubau